Modolino: Finalist Spotlight
Kinder kommen mit einer grenzenlosen Neugier auf die Welt. Sie stellen täglich tausende Fragen: Warum ist der Himmel blau? Warum leuchten die Sterne? Doch viele verlieren diese Neugier, noch bevor sie merken, wie toll Forschen ist. Modolino ist das erste Experimentier-Universum, in dem echte Wissenschaft zur Heldengeschichte wird: 17 Tiercharaktere führen Kinder von 3 bis 8 Jahren durch spektakuläre Experimente aus einfachen Haushaltsmaterialien. Zu jedem Experiment gibt es kostenlose Videos, kindgerechte Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Forscherprotokolle, sodass jede Familie ohne Vorwissen sofort loslegen kann.
Erzählt uns von eurem Projekt. Was, wie, wieso?
Modolino ist das erste Experimentier-Universum, in dem echte Wissenschaft zur Heldengeschichte wird. Das Herzstück bilden 17 Tiercharaktere, die jeweils einen eigenen Wissensbereich aus Physik, Chemie, Biologie und Mathematik verkörpern, zum Beispiel das Chamäleon Lumi für Licht und Farben oder das Eichhörnchen Volt für Elektrizität und Magnetismus. Sie nehmen Kinder von drei bis acht Jahren auf eine Entdeckungsreise mit und machen Naturwissenschaften durch kindgerechtes Storytelling und spektakuläre Experimente mit Wow-Effekt greifbar.
Und so funktioniert es: Wir entwickeln Experimente, filmen Aufbau und Durchführung und veröffentlichen die Videos auf unseren Social-Media-Kanälen. Eltern sehen direkt, wie ein Experiment funktioniert, und können es zu Hause nachmachen. Auf unserer Website gibt es zu jedem Experiment eine kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Erklärteil, wissenschaftlich korrekt, aber so geschrieben, dass Kinder sie verstehen und mit ihrem Alltag verknüpfen können. Dazu kommen ein kostenloses Forscherprotokoll und nach erfolgreichem Abschluss eine Urkunde. Alle Experimente bauen auf einfachen Haushaltsmaterialien auf, damit Familien ohne Vorbereitung und ohne naturwissenschaftlichen Hintergrund loslegen können.
Das Warum ist der Kern von allem: Kinder kommen mit grenzenloser Neugier auf die Welt. Doch viele verlieren sie, bevor sie verstehen, wie wundervoll Forschen und Entdecken sein können. Neugier geht verloren, wenn Fragen unbeantwortet bleiben oder Kinder nichts selbst ausprobieren dürfen. Dem setzen wir etwas entgegen: Momente, in denen Erwachsene und Kinder gemeinsam forschen, echtes Erleben statt passivem Konsum. Dass der Bedarf riesig ist, zeigt die Resonanz. Seit unserem ersten Video im November 2025 folgen uns über 100.000 Familien, unsere Inhalte wurden rund 22 Millionen Mal aufgerufen.
Was hat euch dazu motiviert, dieses Projekt zu starten?
Wir sind beste Freunde seit der Schulzeit. Wir saßen zusammen im Physik-Leistungskurs, dem mit Abstand kleinsten Kurs unseres Jahrgangs. Nach dem Abi ging Louis Physik studieren, Mateo Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Maschinenbau.
Genau dieser winzige Kurs hat uns nie losgelassen. Auch sonst hatte kaum jemand in unserem Umfeld einen Bezug zu den Naturwissenschaften. Wir haben uns gefragt, woran das liegt, und sind auf eine simple Erkenntnis gestoßen: Die Entscheidung fällt lange vor der Kurswahl. Wer sich später für Naturwissenschaften begeistert, bei dem hat es fast immer schon in der Kindheit angefangen. Bei uns waren es die coolen Experimente, die uns gefesselt haben.
Dazu kam eine Beobachtung, die uns beide nicht mehr losließ: Die Kinder um uns herum hängen immer mehr an Bildschirmen und gehen kaum noch raus. Das fanden wir besorgniserregend. Als uns
dann auffiel, dass es online praktisch nichts gab, was Kindern die Naturwissenschaften wirklich erklärte, war klar: Lass uns das probieren. Louis bringt als Physiker die fachliche Tiefe mit, Mateo baut das System dahinter. So ist Modolino entstanden.
Wie hat eure Impact Journey gestartet?
Mit einer Tüte Backpulver und einer Flasche Essig in einem Keller in Rödermark. Wenige Monate vorher stand Louis noch im Labor der TU Darmstadt und hat für seine Bachelor-Thesis die Lebensdauer eines Molybdän-Isotops gemessen. Präzisionsphysik, Hightech, Messreihen. Und dann: Essig, Backpulver, eine Kamera und zwei Freunde, die einfach mal ausprobieren wollten, ob man Kinder für echte Wissenschaft begeistern kann.
Wir haben gefilmt, geschnitten, hochgeladen. Der erste Monat: ein paar Aufrufe, viel Geduld und die Frage, ob das überhaupt jemand sehen will. Dann, zu Beginn des zweiten Monats, explodierte es förmlich. Unser Video zum Frostzauberturm ging durch die Decke, über eine halbe Million Menschen sahen zu, wie ein simples Küchenexperiment zur kleinen Sensation wurde.
Doch der eigentliche Wendepunkt waren nicht die Zahlen. Es waren die Nachrichten der begeisterten Eltern. Sie schrieben uns, wie cool die Experimente sind, dass sie sie mit ihren Kindern nachgemacht haben und dass wir unbedingt weitermachen sollen. Inzwischen gibt es Kinder, die jede Woche sehnsüchtig auf unser nächstes Experiment warten. Spätestens da war uns klar: Das ist kein Hobbyprojekt mehr. Das Verlangen nach niedrigschwelligen Experimenten für Kinder ist riesig, und wir können es stillen.
Heute, keine zehn Monate nach dem ersten Video, folgen uns mehr als 100.000 Familien, unsere Videos zählen über 22 Millionen Aufrufe, und jeden Monat kommen zwei bis drei Millionen dazu. Alles organisch, ohne einen Cent Werbebudget. Aus einem Kellervideo wurde eine Bewegung, und wir stehen erst am Anfang.
Was war bisher euer Highlight in der SIA Inkubation?
Das Kick-off Gathering in Berlin war für uns das Highlight. Als Gründer bewegt man sich viel in der eigenen „Bubble“, tauscht sich vor allem im Team aus, und andere Gründerinnen und Gründer zu treffen ist gar nicht so einfach. Und dann steht man plötzlich in einem Raum voller Menschen, die alle eine Vision verfolgen und mit voller Energie daran arbeiten. Diese Energie war deutlich zu spüren.
Man spricht ein Problem aus dem eigenen Start-up an und bekommt sofort Lösungsvorschläge und neue Blickwinkel zurück, von Leuten, die dieselben Schwierigkeiten aus eigener Erfahrung kennen. Dieser Austausch auf Augenhöhe hat uns sehr geholfen, genau wie die Workshops, in denen wir unser Vorhaben noch einmal von Grund auf durchdacht haben. Und jetzt freuen wir uns auf das Finale in Berlin, um zu zeigen, was hinter Modolino steckt.
Wenn ihr alle Ressourcen der Welt hättet, was würdet ihr ändern?
Wir würden dafür sorgen, dass kein Kind seine Neugier jemals verliert. Kinder sind geborene Forscher, sie stellen tausende Fragen am Tag: Warum ist der Himmel blau? Warum leuchten die Sterne? Doch irgendwo auf dem Weg des Älterwerdens geht diese Neugier verloren. Weil Fragen als nervig abgestempelt werden und unbeantwortet bleiben. Und weil es bequemer ist, vor einem Bildschirm zu sitzen, als selbst zu forschen.
Genau da setzen wir an: Wir wollen naturwissenschaftliche Neugier nicht nur wecken, sondern auch halten, damit sie gar nicht erst verloren geht. Mit allen Ressourcen der Welt würden wir jedem Kind echtes Forschen ermöglichen, unabhängig von Elternhaus und Geldbeutel, zu Hause, in jeder Kita und in jeder Grundschule. Denn wenn Kinder staunen, wollen sie verstehen. Und wenn sie verstehen, dann wachsen sie ganz von alleine.
Was ist eure große Vision? Wo seht ihr Modolino in 10 Jahren?
Unser Name ist unser Programm: Modolino kommt von Modo, dem modularen System, und Lino, der italienischen Verniedlichung. Das spiegelt sich direkt in unserem Logo mit seinen vier Bausteinen wider. Der blaue Baustein steht für das MINT-Modul, der grüne für das Natur-Modul, der gelbe für das sozial-emotionale Modul und der rote für das Kreativ-Modul. Wir sind überzeugt: Werden alle vier Bereiche früh gefördert, wachsen Kinder zu starken Persönlichkeiten heran.
In zehn Jahren ist Modolino die Go-to-Marke für frühe Bildung, sei es mit Experimentierkästen in Kitas oder zu Hause bei den Familien. Aus unseren 17 Tiercharakteren wollen wir ein ganzes Universum machen, das Kinder über einen langen Abschnitt ihres Lebens begleitet und ihnen etwas Positives zurückgibt.
Was war eure größte Herausforderung bisher?
Für unser Produkt alle Konformitäten einzuhalten. Wir bringen gerade unseren ersten Experimentierkasten heraus, und dafür braucht es Zertifikate, EN-Normen, REACH-Konformität und vieles mehr. In all das haben wir uns komplett selbst eingearbeitet, Norm für Norm, Seite für Seite. Und das alles stemmen wir neben dem Studium, komplett aus eigener Tasche finanziert.
Gleichzeitig wächst unsere Community und unsere Reichweite Monat für Monat. Über 100.000 Familien begleiten uns inzwischen, und mit ihnen wächst auch eine Erwartungshaltung. Der Aufgabenberg wird immer größer, das Team bleibt mit uns zweien klein. Diesen Spagat zu schaffen, das Tempo zu halten und trotzdem alles sorgfältig abzuarbeiten, ist die härteste Aufgabe. Aber genau daran sind wir als Team zusammengewachsen. Wir setzen jetzt alles auf eine Karte.